Die Zeckensaison 2005 steht vor der Türe!Zecken als Krankheitsüberträger sind fast überall in der Schweiz zu findenMit zunehmenden Temperaturen kann jeder, der sich in freier Natur aufhält, von einer Zecke gestochen
werden. Richtiges Verhalten in der Natur kann einem Stich vorbeugen; durch richtiges (Be-)
Handeln nach einem Stich können unangenehme Folgen oft vermieden werden. FSME-Endemiegebiete decken sich nicht mit der Verbreitung der BorrelienEntgegen früheren Ansichten gibt es in der Schweiz keine Gebiete, in welchen die vorkommenden Zecken unbedenklich sind. In der gesamten Schweiz können Zecken Krankheiten übertragen. Ein Grossteil der Zecken (je nach Region bis über 80%) sind Überträger von Borrelien, dem Bakterium, das jährlich bei schätzungsweise mehreren tausend Personen in der Schweiz zu einer Borrelioseerkrankung führt. In geringerem Masse sind die Zecken vom Virus infiziert, der die Frühsommer- Meningo-Enzephalitis (FSME) auslöst (2004 = 138 Fälle). Den bisherigen Endemiekarten lagen lediglich die Meldungen über FSME-Erkrankungen zu Grunde; sie machten jedoch keine Aussage über die potentielle Gefährdung durch die Übertragung von Borrelien und der damit in Zusammenhang stehenden Borrelioseerkrankungen. Vorbeugung – erkennen – handelnIm Gegensatz zur Borreliose, deren Krankheitsbild oft erst nach längerer Zeit akut in Erscheinung tritt bzw. erkannt wird, kann eine FSME u.U. innert kurzere Zeit zu massiven Beschwerden und zu ernsthaften medizinischen Komplikationen führen. Eine vorbeugende Impfung ist gegenwärtig nur gegen die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis möglich. Gegen die Borreliose bestehen derzeit keine vorbeugenden medizinischen Massnahmen. Wichtig ist, dass beide Krankheiten frühzeitig erkannt werden, der Patient richtig reagiert und frühzeitig eine angemessene ärztliche Behandlung erhält. Verhalten in der NaturEs ist sinnvoll, in Feld, Wald und Wiese geschlossene Kleidung zu tragen und Unterholz, Gebüsch
sowie hohes Gras möglichst zu meiden. Einen Zeckenspray ist dienlich, dabei ist jedoch zu beachten,
dass die Wirksamkeit zeitlich begrenzt ist und alleine angewendet keinen sicheren Schutz ergibt. Verhalten nach einem ZeckenstichWird ein Zeckenstich bemerkt, ist die Zecke mit einer Pinzette oder einem Skalpell langsam, möglichst
vollständig und gerade herausziehen (Drehen hat keine Wirkung). Desinfizieren sie die Wunde gründlich
und verwenden sie keine Hausmittel wie Öl, Leim, Nagellack, Ausbrennen etc. Bewahren sie die
entfernte Zecke in einem Filmdöschen zur eventuellen späteren Analyse auf und halten sie das Datum
des Zeckenstichs fest. Informieren sie auch ihnen nahestehende Personen (Partner, Eltern etc.) und
beobachten sie die Einstichstelle sorgfältig über mehrere Wochen. Beim Auftreten von Fieber, Kopfweh,
Übelkeit, Schwindel, Lichtüberempfindlichkeit, einer grösser werdenden und evtl. wandernden
Rötung (Wanderröte oder sog. Erithema Migrans) oder anderen unerklärlichen Symptomen ist sofort
ein Arzt aufsuchen und der Zeckenbiss unbedingt zu erwähnen. „Lass dich nicht von Zecken necken“ - die Präventionskampagne 2005 der LiZDie kürzlich erschienene Broschüre richtet sich in unterhaltsamer Weise an Kinder und Jugendliche, welche sich oft in der freien Natur aufhalten. Sie informiert mit einem Comic über die Zeckenprävention und den Umgang mit Zeckenstichen. Sie kann einzeln oder in grösserer Anzahl bei der Liga für Zeckenkranke, Sekretariat, 3000 Bern bezogen werden.
Die Merkblätter „Zecken als Krankheitsüberträger“, „Was tun bei einem Zeckenbiss“ und „Was ist Borreliose“ sowie weitere Informationen sind erhältlich bei der Liga für Zeckenkranke Schweiz (LiZ), Postfach 3000 Bern oder im Internet unter www.zeckenliga.ch |