Prävention


Merkblätter der Liga für Zeckenkranke

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Infoblatt 1 Was sind Borreliose und FSME (LiZ 2010).pdf
Infoblatt 2 Krankheitsübertragung (LiZ 2010).pdf
Infoblatt 3 Was tun bei einem Zeckenstich (2010).pdf

Was tun bei einem Zeckenstich?

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Vorbeugende Massnahmen
Tragen Sie beim Aufenthalt in Gefahrenzonen geschlossene Kleidung und Schuhwerk.

Stülpen Sie Socken/Strümpfe über die Hosen.

Verwenden Sie als zusätzliche Massnahme ein Zeckenschutzmittel. Dieses wirkt allerdings nur be­schränkte Zeit und ist allein angewendet zu wenig zuverlässig.

Nach einem Aufenthalt im Freien duschen, Haut gut abreiben und Körper systematisch nach Zecken absuchen (vor allem an den bevorzugten Stichstellen: Schamgegend, Oberschenkelinnenseite, Bauchnabel und Umgebung, unter den Brüsten, Achselhöhlen, Schultern, Hals und Nacken, Haaransatz, hinter den Ohren, in der Kniekehle und Armbeuge). Achten Sie besonders auch auf die kleinen Larven und Nymphen. Sie sind sehr klein, hellbraun und können leicht übersehen werden, da sie fast wie eine Sommersprosse aussehen.

Zecken nach einem Aufenthalt im Freien auch von den Kleidern entfernen (z.B. mit Kleiderrolli). Kleider zum Trocknen aufhängen, denn in feuchten Kleidern können Zecken mehrere Stunden überleben.

Beim Wandern und Spielen möglichst nicht Sträuchern und Büschen entlang streifen. Vermeiden Sie es, durch hohes Gras und Gebüsch zu gehen.

Vorsicht beim Liegen im Wald, auf Wiesen sowie in Parks und im Garten.


Eine Zecke entfernen

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Zecke möglichst rasch nach deren Entdeckung entfernen.

Zecke mit einer feinen Pinzette durch Fassen direkt über der Haut und mit leichtem, kontinuier­lichem Zug entfernen. Es ist nicht empfehlenswert, die Zecke mit Öl, Leim oder Ausbrennen abtöten zu wollen. Selbst wenn ein Teil des Saugrüssels in der Haut stecken bleibt, ist dies nicht weiter schlimm, da der Fremdkörper vom Organismus selbst herausgearbeitet wird.

Stichstelle gut desinfizieren (dies verhindert allerdings keine Krankheitsübertragung).

Zeckenstich sorgfältig dokumentieren:

Wann erfolgte der mutmassliche Befall?

Wo erfolgte der mutmassliche Befall?

Wann wurde die Zecke entfernt?

Zecke in einem beschrifteten Döschen (z.B. Filmdöschen) für allfällige spätere Analysen aufbewahren.

Stichstelle in den folgenden Tagen und Wochen gut beobachten.

Bei Auftreten auffälliger Symptome wie Erythema migrans (wandernde Rötung, Ausschlag -> Bilder), grippeartige Beschwerden, Schwindel, Gelenk- und Kopfschmerzen oder Übelkeit unbedingt einen Arzt aufsuchen und auf einer genauen Abklärung bestehen. Dokumentation mitnehmen.

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Was ist Borreliose?

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Auslöser der Borrelioseerkrankungen (auch Lyme-Borreliosen) sind Borrelien. Das Krankheitsbild beim Menschen ist sehr vielfältig und in der Diagnose von anderen Krankheitsbildern schwierig abzugrenzen. Die Symptome reichen u.a. von grippeartigen Erkrankungen über Kopf- und Gelenkschmerzen, Herz­beschwerden, Hautprobleme (-> Bilder), Sehstörungen, Gehörprobleme, Lähmungen bis zu psychischen Problemen und weitreichenden neurologischen Ausfällen.

Was sind Borrelien?

Borrelien sind eine Gruppe von Bakterien der Gattung Borrelia aus der Famile der Spirochäten. Die für die Borrelioseerkankung beim Menschen verantwortliche Spezies wurde 1981 durch den in den USA tätigen Schweizer Forscher Willy Burgdorfer erstmals beschrieben und nach ihm benannt. Seither wurde die Spezies Borrelia burgdorferi weiter differenziert in B. burgdorferi sensu stricto (d.h. im engeren Sinne), B. garinii, B. afzelii, B. lusitaniae und B. valaisiana; alle diese Spezies werden als B. burgdorferi sensu lato (d.h. im weiteren Sinne) bezeichnet.

Wo kommen Borrelien vor?

Borrelien kommen weltweit vor. In Zusammenhang mit der Erkrankung von Menschen sind in Eu­ropa B. garinii, B. burgdorferi sensu stricto und B. afzelii die häufigsten Spezies. In den USA ist B. burgdorferi sensu stricto die häufigste Spezies.

Nachweis einer Borreliose

Nebst der systematischen Analyse des klinischen Krankheitsbildes gewinnen spezifische Labortests zunehmend an Bedeutung und Aussagekraft. Die bekanntesten Tests sind heute PCR (Poly­me­rase Chain Reaction, dt. Polymerase Kettenreaktion) und serologische Tests (Antikörpernachweis) wie IFT (Immunofluorescence test, dt. Immunofluoreszenztest) und ELISA (Enzyme Linked Immunoassay, dt. Enzymimmuntest ), zu denen auch der sog. Western Blot-Test gehört. Bei der PCR werden genetische Bstandteile (DNA) des Erregers nachgewiesen, bei den serologisches Tests spezi­fi­sche Antikörper.

Mit den heute verfügbaren Tests lässt sich ein Kontakt mit dem Erreger belegen. Es ist jedoch bislang noch nicht möglich, Patienten mit einer zurückliegenden, abgeklungenen Borrelieninfektion von solchen mit einer aktiven Infektion zu unterscheiden. Diesen Mangel zu beheben, ist eines der Hauptziele der gegen­wärtigen Forschung nach diagnostischen Hilfsmitteln.

Krankheitsübertragung

Die Krankheit wird durch infizierte Zecken beim Saugvorang übertragen. Eine Weitergabe von Mutter zu Kind (sog. vertikale Übertragung) ist nachgewisesen. Neuere Hypothesen lauten auch dahin gehend, dass eine sexuelle Übertragung von Mensch zu Mensch (sog. horizontale Übertragung) möglich ist.

Häufige beobachtete Symptome

Gewisse für die Borreliose typische Symptome wurden bereits ab 1909 – also lange vor der Entdeckung des Erregers – durch verschiedene Ärzte - Arvid Afzelius (S) - Garin (F) - Bujadoux (F) – Bannwarth (D), Wilhelm Balban (Oe) - beschrieben. In der bisherigen medizinischen Praxis wird die sog. wandernde Röte (Erythema migrans -> Bilder), welche nach einer Infektion durch einen Zeckenstich auftreten kann (aber nicht zwingend muss), als ein wichtiges Anzeichen für eine Infektion mit Borrelien gewertet. Viele Patienten mit nachgewiesener Borrelioseerkrankung erinnern sich jedoch weder an einen Zeckenstich, noch trat bei ihnen eine wandernde Röte (Erythema migrans) auf. Die Vielfalt der Symptome ist erheblich und erschwert die Diagnose. Zu den häufigsten Symptomen gehören: wandernde Röte, grippeartige Erkrankungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Schwellungen der Lymphknoten, extreme Schweißausbrüche, allgemeine chronische Schmerzen, Kopf- und Gelenkschmerzen, Müdigkeit / Erschöpfungszustände, Herzbeschwerden, Hautprobleme (-> Bilder), Sehstörungen, Gehörprobleme, erhöhter Ruhepuls, partielle Lähmungen, psychische Probleme, sensorische und neurologische Ausfälle.

Krankheitsverlauf

Oft wird der Verlauf einer Borrelioseerkrankung in drei fortschreitenden Stadien mit zunehmend gravierenderen Beschwerden beschrieben. Es ist jedoch auffällig, dass atypische Verläufe sehr häufig vorkommen und z.T. einzelne Stadien im Krankheitsverlauf gar nicht in Erscheinung treten. Es gilt auch zu bedenken, dass es Wochen, Monate ja in Ausnahmefällen Jahre dauern kann, bis die Erkrankung ausbricht oder bemerkt wird. Zwischen einzelnen Krankheitsschüben kann der Patient zudem völlig beschwerdefrei sein.

Behandlung

Die Behandlung von Borreliose wird derzeit unter Fachleuten heftig diskutiert. In erster Linie werden je nach Krankheitsbild verschiedene Typen von Antibiotika eingesetzt. Hauptdiskussionspunkte sind die notwendige Dosierung und Dauer einer derartigen Behandlung mit Antibiotika.

Co-Infekte

Mit zunehmender Kenntnis der Borreliose wird klar, dass häufig sogenannte Co-Infekte (zusammen auftretende Krankheiten) eine wichtige Rolle spielen. Am häufigsten genannt werden dabei Babesiose, Ehrlichiose, Rickettsiose und Mycoplasmen. Eine ganzheitliche Behandlung der Borreliose ist oft nur erfolgreich, wenn auch diese Co-Infekte mit einbezogen werden.

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Weitere Informationsblätter der Liga für Zeckenkranke

Zecken als Krankheitsüberträger

Was tun bei einem Zeckenstich?, vorbeugende Massnahmen

Zecken als Krankheitsübertrager [67 KB]
Was tun bei einem Zeckenstich? [42 KB]



Bilder

von www.dermis.net
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Wanderröte (Erythema chronicum migrans)
Borrelien-Lymphozytom (Lymphadenosis benigna cutis)
Hautentzündung des späten Stadiums (Acrodermatitis chronica atrophicans)

 

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